Alle Rassen verfügen im Hinblick auf allgemeinen Körperbau und Größe über dieselbe Form wie ihre Vorfahren - im Gegensatz zu Hunden, bei denen die selektive Zucht zu vielen Formen und Größen geführt hat. Daher sind Katzen von vielen Abnormitäten des Skeletts verschont geblieben. Aber gelegentlich erlebt man auch bei Katzen Defekte. Dabei handelt es sich vor allem um verkürzte oder geknickte Schwänze, gespaltene Gaumen, abgeflachte Brustkörbe und Polydactylismus (zusätzliche Zehen). Im Allgemeinen scheint die Evolution bei der Katze besonders wohlmeinend vorgegangen zu sein: Die Katze konnte ein perfekter Fleischfresser von handlicher Größe bleiben, prädestiniert für die Kleintier- und Vogeljagd. Das Skelett der Katze erlaubt flüssige, koordinierte und elegante Bewegungen in jeder Geschwindigkeit. Ihre straffe Körper- und Beinmuskulatur befähigt sie zu eindrucksvollen Sprüngen. Die einziehbaren Krallen ermöglichen ihr Sprints über kurze Distanzen, das Beutegreifen und das Erklettern von Bäumen. Das Katzengehirn ist groß und gut entwickelt. Ihre anpassungsfähigen Augen meistem auch extreme Lichtbedingungen. Die beweglichen Ohren können selbst leiseste Geräusche auffangen, und die empfindliche Nase wertet mit dem Jacobsonschen Organ im Mund auch die schwächsten Gerüche aus.
Es sind Rassezuchten entwickelt worden, um bestimmten Standards in Körperbau, Farbe und Fellzeichnung zu genügen. Heute gibt es zwei Haupttypen der Rassekatze: die mit stämmig schwerem Körper und den schlankeren, eleganteren Typus mit leichtem Knochenbau und lang gestrecktem Kopf.
Bei den Katzen vom schwereren Typ gibt es eine große Bandbreite von Farben und Fellzeichnungen. Diese Katzen können sowohl lang- als auch kurzhaarig sein: Zur ersten Gruppe gehören die Perserkatzen und ähnliche, während man die Kurzhaar katzen unter Britisch, Amerikanisch, Europäisch Kurzhaar sowie Exotic Shorthair zusammenfaßt. Leicht gebaute Katzen weisen größere Unterschiede in ihren Charakteristika auf. Die Orientalen, einschließlich der Siamesen, sind mit einem sehr feinen Knochenbau, ihren sehr lang gestreckten Körpern, Beinen und Schwänzen, keilförmigen Köpfen und großen Ohren am weitesten vom schweren Typ entfernt. Daneben gibt es die etwas schwereren sogenannten anderen Kurzhaarrassen (Foreign Shorthair) und die Rexkatzen. Einige Rassen haben sich aus der Mischung von schweren und leichten Typen entwickelt; bei ihnen findet man gemischte Merkmale.


